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Friar Alessandro

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Über Friar Alessandro

Friar Alessandro

Trifft man Bruder Alessandro Brustenghi zum ersten Mal, merkt man sofort, dass ihn etwas Himmlisches oder gar Engelsgleiches umgibt. In seiner braunen Mönchskutte wirkt er schlank und lieblich. Als wir uns in der Porziuncola-Basilika Santa Maria degli Angeli/Unsere Liebe Frau von den Engeln in Assisi treffen, erzählt er mitfühlend von dem aufgewühlten und leidenschaftlichen Heiligen.

Genau wie der hl. Franziskus hat Bruder Alessandro, 34, zahlreiche Anliegen und hat in seiner Vergangenheit Konflikte durchlebt. Die Reise, die ihn zum Ewigen Gelübde führte, war genau wie beim hl. Franziskus selbst eine riskante Seelensuche.

Lange Zeit standen seine Musik und sein Glaube auf Messers Schneide. Glücklicherweise zeigt die Veröffentlichung von Voice of Assisi, dass letztendlich keines von beiden geopfert werden musste. Seine Stimme klingt rein und schmerzgetränkt. Die Lieder herzzerreißend schön. Alessandro hat ein ständiges Funkeln in den Augen. Sein Wesen schwingt in seiner Stimme mit; er ist von Liebe erfüllt.

Als er uns zu der Zelle führt, in welcher der hl. Franziskus seine Tage verbrachte, versteht man dessen starke Anziehungskraft, eines Mannes mit Ehrgeiz und Stolz, der erfuhr, dass die Liebe und Gott der bessere Weg ist. Ein Mann, der sich in einen Busch mit dornigen Rosen warf, um sich selbst und Gott zu prüfen, jedoch entdeckte, dass die Rosen ihre Dornen verloren und er unverletzt blieb.

Die Rose ohne Dornen blüht bis zum heutigen Tag im Garten, wie mir Alessandro erzählt. „Als ich ein kleiner Junge war, wollte ich Schlagzeuger werden. Aber ich wusste, dass ich zuerst etwas über die Musik lernen musste, also begann ich mit 9 oder 10 Jahren Orgel zu spielen.“

„Zuerst durfte ich nur Solfeggien spielen, aber ich wollte Bach. Ich fragte meinen Lehrer immer wieder, dann gab er mir endlich ein Stück von Bach, das ich gut spielte, sodass ich nun auch das Klavier spielen anfing. Als ich 14 Jahre alt war, entschied ich mich, Musik zu studieren und auf eine experimentelle Schule zu gehen, wo wir normalen Unterricht hatten aber viel, viel mehr Musikstunden.“

„Wir beschäftigten uns mit Gesang, Harmonik, Komposition, der Musikgeschichte und allgemeinen Dingen wie Latein und Philosophie. Wir arbeiteten sechs Stunden am Morgen und drei am Nachmittag und gleichzeitig war ich am Musikkonservatorium. Um 6 Uhr morgens ging ich von Zuhause (einem Dorf) los, um nach Perugia zu kommen. Die Zeit im Konservatorium war schön.“

„Ich hatte immer im Chor gesungen, aber ich hatte eine sehr dünne Stimme. Eine Lehrerin sagte zu mir, ich solle auch singen. Nicht, weil sie dachte, dass ich mich verbessern könnte, sondern weil sie Schüler brauchte, um ihre Klasse aufzufüllen. Im Oktober 1996 begann ich, in einer anderen Klasse zu singen. Meine Stimme war immer noch dünn und zum Ende des Jahres, da war ich 19, waren sie nicht von mir überzeugt und versuchten, mich davon abzuhalten. Das war der Moment, in dem ich mich entschied, Mönch zu werden.“

„Das war für mich sehr interessant, da ich in mir einen Wandel spürte. Vor dem Wandel liebte ich es, nachzudenken, meine Gedanken aufzuschreiben. Ich glaubte an die Philosophie, nicht an Gott. Ich glaubte an Güte, aber nicht an einen Menschen – sehr anders als der christliche Gott. Ich war nie zur Kirche gegangen. Meine Eltern waren katholisch, aber nicht sehr engagiert. Mein Vater war im Staatsdienst, und meine Mutter machte den Haushalt. Sie schickten mich zum Katechismus in die Kirche, aber da hörte es dann auf.“

„Ich ging zum Konfirmandenunterricht und nach meiner Konfirmation entschied ich mich, damit aufzuhören. Wer ist Jesus überhaupt? Mein Glaube und meine Überzeugungen gehören mir. Ich war davon überzeugt, dass materielle Dinge nicht gut, aber spirituelle Dinge wichtig sind und plötzlich war mir klar, dass ich auf dieser Erde nicht mit materiellen Dingen verbunden sein wollte.“

„Mit 16 fühlte ich eine Aufgewühltheit, eine Stimme, etwas, das nach mir rief. Es sagte mir, dass es gut ist, alles im Leben zu erleben, auch wenn es gefährlich ist. Es rief mich zur Gefahr an, sogar zu Drogen. Ich wollte alles ausprobieren, ich brauchte Erfahrung. Etwas in mir sagte Nein.“

Es war eine aufwühlende Zeit, eine Existenzkrise, in der Alessandro etwas Selbstzerstörerisches in sich fühlte, das alles an seinem Leben, alles, an das er glaubte, verändern wollte. Es trieb ihn allein zur Gefahr.

„Eine Stimme in mir sagte: „Bist du dir sicher? Was, wenn du die Kontrolle verlierst?“ Ich steckte in einer echten Krise, also sagte ich, Okay, Gott, wenn du existierst, gib mir ein Zeichen. Also ging ich in den Wald und legte mich ins Gras. „Ich habe keine Gedanken mehr, bitte hilf mir.“ Das war ein Ausruf meiner Seele, und in diesem Moment spürte ich, wie der Frieden und die Freude in mich drangen. Ich fühlte mich im Einklang mit der Schöpfung. Es war mein Moment mit Bruder Sonne und Schwester Mond. Und da spürte ich die Verbindung zum franziskanischen Leben, weil es sehr ähnlich ist.“

„Ich entdeckte die Gegenwart Gottes, eine neue, andere Gegenwart. Nicht nur das Gefühl der Güte, sondern Gott als Mensch. Ich fühlte ihn nah bei mir. Er lebt in der Schöpfung, er lebt in den Menschen. Ich fühlte ihn in mir und seine Liebe für alle Menschen, nicht für ihre Erfahrungen. Plötzlich erschien mir die Gefahr nicht mehr erstrebenswert. Ich spürte, dass es die Liebe ist, die wichtig ist. Ich spürte, dass, wenn Jesus sich hingegeben hat, die einzige Möglichkeit, sich bei ihm zu bedanken, ist, sich ihm als gesegneter Mensch hinzugeben.“

„Ich hatte große Angst vor dieser Erfahrung, da ich Musiker werden wollte. Ich wollte eine eigene Familie, eine Frau, Kinder. All dies stand im Gegensatz zu dem Wunsch, den ich in mir hatte. Es war ein Konflikt.“

„Dann sah ich einen Film über den heiligen Franziskus. Auch er begann als Kaufmann und kam zu dem Entschluss, dass er sich nicht an materielle Dinge binden durfte. Das alles fand in mir statt, aber ich dachte, dass ich nur ein Junge bin und dass ich darüber ein paar Jahre nachdenken sollte. Vielleicht gibt es einen anderen Weg. Vielleicht kann ich Musiker werden und trotzdem beten und etwas für andere Menschen tun.“

„Ich dachte drei Jahre lang nach. Als ich 19 war, brauchte ich Hilfe, um herauszufinden, ob es sich um einen echten Ruf handelte, und das war der Moment, in dem ich mich entschied, nicht mehr Orgel zu studieren, um meine Berufung besser verstehen zu können. Es war einfach unmöglich, fünf Stunden am Tag zu üben und gleichzeitig für meine Berufung zu lernen. Es war eine sehr schwere Entscheidung, aber ich dachte, dass meine Musik, meine Orgel, ein Geschenk war, das ich Gott opfern wollte. Natürlich muss man die schlechten und nicht die guten Sachen opfern, aber das wusste ich damals nicht.“

Er opferte das Singen nicht, da es ihm zu jenem Zeitpunkt nicht so wichtig war. „Ich sang weiter, da ich weiterhin mit der Musik verbunden sein wollte, allerdings war ich immer noch nicht besonders gut. Ich durfte nicht mal an einer Gesangsprüfung teilnehmen, weil mir gesagt wurde, dass ich nie bestehen würde.“

Der Weg, den Alessandro beging, um seine Berufung, ein Bruder zu werden, zu erfüllen, war weiterhin unstet. Ihm wurde gesagt, dass er kein Postulant werden könne, wenn er die Gesangsprüfung nicht bestünde, und seine Lehrer sagten ihm, er sei nicht bereit, die Prüfung zu bestehen.

„Ich war mir nicht sicher, was ich tun sollte. Wenn ich nicht im Kloster bleiben würde, war es unerlässlich, eine Art von Diplom zu haben. Ich spürte auch, dass es gut ist, Disziplin in sich zu haben. Du hast dieses Studium angefangen, nun mach weiter bis zum Schluss. Also habe ich angefangen, mich durch Atemübungen zu trainieren. Es war, wie wenn ich einen Berg hinaufklettern würde, aber ich übte jeden Tag stundenlang so zu atmen, als ob mein Herz brechen würde und dann war das Wunder da, ein Wunder der Übung und ein Wunder Gottes.“

Sein unhaltbarer Wille, seine Berufung zu erfüllen, veranlasste Alessandro, seine Stimme zu entdecken. Er brachte seine Stimme nicht zur Berufung; die Berufung brachte die Stimme zu ihm – es war wirklich ein Geschenk Gottes.

„Ich fand meine Stimme. Ich bestand die Prüfung mit Auszeichnung. Ich begann, die Oper zu lieben. Ich traf einen Bruder, der mich mit den Stimmen der großen Tenöre bekannt machte. Ich trat dem Orden bei und als Postulant teilte ich meinem geistigen Meister mit, dass ich nun aufhören würde zu singen um nur noch Bruder zu sein und gemeinsam zu arbeiten und zu beten. Mein Meister sagte: „Nein, du wirst weitermachen. Es ist ein gottgegebenes Talent, du kannst es nicht zurückweisen.““

„Also sang ich weiter, auf Konzerten und Vorführungen, bis der Meister sagte: „Jetzt wirst du aufhören“. Am Anfang war es schwer, dann begann ich, eine Stärke zu fühlen, weil ich entdeckte, dass die Musik in mir war. Es war eine weitere, spirituelle Verbindung. Gottes Geschenk war in meinem Herzen. Wenn ich am Morgen aufwachte, hörte ich in meinem Herzen Melodien.“

„Es war ein Test, und als mein geistiger Meister entdeckte, dass ich meinen Frieden damit gemacht hatte und das Singen bleiben lassen konnte, teilte er mir mit, ich könne nach zwei Monaten wieder anfangen. Ich legte mein erstes Gelübde ab und begann, für das letzte zu üben. Dann hatte ich eine schwere Glaubenskrise. Ich glaubte nicht an meine Berufung. Es ist mir ein Rätsel, warum.“

„Ich bat um Hilfe. Sie sagten mir, es wäre nur eine Versuchung. Also entschied ich, nach dieser Krise im November 2011, wie der hl. Franziskus als Eremit in Einsamkeit zu leben. Ich würde Holzarbeiten machen und kein Gewand tragen. Ein heiliges Leben verlockte mich zu diesem Zeitpunkt nicht. Nicht, dass ich eine Freundin wollte; nicht diese Art von Verlockung – ich versuchte herauszufinden, ob Gott wollte, dass ich ein Franziskanermönch werde. Wie sollte ich das tun, wenn es mir vorkam, als ob der Teufel versuchte, mich davon wegzulocken?“

„Ich glaubte an Gott, aber vielleicht an einen anderen Gott. Ich wollte ihn in mir spüren. Ich wartete darauf, dass ich mich als Bruder aller Menschen und als Bruder der Mönche fühlen würde, aber ich war nicht mutig genug, zurückzukehren. Ich wartete drei Jahre lang und es war wie eine Selbstbestrafung. Ich sang weiterhin, machte Holzarbeiten und restaurierte Musikinstrumente.“

„Schließlich verstand ich, dass ich zurückkommen und trotzdem singen konnte. Ich singe oft neapolitanische Lieder und Opernlieder, die nicht religiös sind. Warum nicht? Die Leute denken, „Oh, warum singt der Mönch ein Liebeslied?“ Naja, warum nicht? Es wird nicht vorausgesetzt, dass ich lebe, was ich singe. Ich bin nur ein Kanal. Ich bin ein Mensch, ein Geschöpf. Ich habe Gefühle in mir, aber ich schleuse sie, um zu kommunizieren, sodass ich singen kann, was ich will und was schön ist.“

Die drei Jahre, die er allein verbrachte, waren lang und qualvoll. „Ich sang jeden Tag und weinte jeden Tag.“ Als er bereit war, im Januar 2005 in die Bruderschaft zurückzukehren, war seine Singstimme spürbar erfüllt mit der Liebe, von der er erzählt. Seine Seele und sein Geist wurden stärker und seine beiden Leben in der Musik und in Gott waren ausgeglichener.

„Der Weg war nicht einfach, aber letztendlich fühlte ich, dass ich eine Balance erreichte und beides tun konnte. Nach Ablegung der Profess (Ewiges Gelübde) in 2009 überlegte ich, ob ich aufhören sollte zu singen und erbat ein Zeichen. Es gab ein festliches Nachtgebet und am Ende des Gebets kam ein Mann zu mir, der sagte: „Deine Stimme ist fantastisch. Gott hat dir ein unglaubliches Geschenk gemacht. Als du anfingst zu singen, fühlte ich etwas Unglaubliches in mir.“ Ich dachte, dass dies ein Zeichen Gottes war.“

Alessandro sang wieder in einer kleinen Kirche in 2011, als er von einem Manager zum Vorsingen eingeladen wurde. Der Manager war gerührt und erstaunt und trug seine Erkenntnis an Decca Records weiter, die gleichermaßen überwältigt waren von dem selbstzweifelnden Mönch mit der Wunderstimme. Sie erkannten in ihm einen außerordentlichen Tenor mit warmer und samtener Stimme. Und heute ist er der erste Mönch, der einen Vertrag mit einer der großen Plattenfirmen unterschrieben hat – der Universal Music Group.

„Ich machte mir Sorgen, dass dies ein zu großes Projekt für mich wäre, aber ich spürte auch, dass alles zu einem Zweck passierte, vielleicht einer Mission, vielleicht durch Gott. Ich mag den Ruhm, die Kameras oder die Journalisten nicht so sehr, aber das Geld unterstützt die Aktivitäten des Ordens der Minoriten.“

„Wir haben zusammen mit dem Produzenten Mike Hedges entschieden, ein Album mit gängigen Glaubensliedern und einigen besonderen Liedern des hl. Franziskus zu machen. Es gab von ihm geschriebene Gedichte und Originalmusik, die zu rekonstruieren lernte.“

Mike Hedges, der als Produzent besonders für seine Arbeit mit U2, den Manic Street Preachers und The Cure bekannt ist, empfand Alessandros Stimme als Kraft der Liebe und Schönheit. Voice From Assisi, das Album, das sie zusammen im legendären Abbey Road Studio aufgenommen haben, zeugt von Leidenschaft, Geschichte und Gefühl.